27. Februar

Weltpolitik im Spiel

Model United Nations-Konferenzen sind Planspiele, bei denen die Teilnehmenden, Schüler:innen oder Studierende, in die Rolle von Delegierten bei den Vereinten Nationen (United Nations = UN) schlüpfen. An der internationalen BIGMUN-Konferenz am Birkerød-Gymnasium nahe Kopenhagen nahm in diesem Jahr auch eine Delegation vom Birklehof teil. Dylan (Q1) war mit dabei und berichtet:

Mit sechs Schülerinnen und Schülern aus der MUN-AG, begleitet von Carlos Cazorla, Lehrer für Englisch und Spanisch und Leiter der AG, sind wir in den Fastnachtsferien nach Dänemark gereist. Insgesamt sind bei der BIGMUN-Konferenz über 200 Delegierte von 24 Schulen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammengekommen.

Bei den MUN-Konferenzen debattieren die Delegierten in simulierten Gremien wie dem UN-Sicherheitsrat oder der Generalversammlung über weltpolitische Themen, ringen um Kompromisse und verabschieden Resolutionen. Bei den Planspielen wird eine Vielzahl an unterschiedlichen Themen verhandelt, von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland bis hin zur nuklearen Abrüstung. Das alles auf Englisch. Die genannten Beispiele waren einige der Themen, die wir auf der BIGMUN-Konferenz debattiert haben.

Am 22. Februar 2023 startete das Planspiel einer UN-Versammlung – und das nach Corona endlich wieder in Präsenz. Die Aufregung und Spannung steht uns sechs Birklehofer:innen ins Gesicht geschrieben, als wir am Mittwoch in dem Auditorium der dänischen Schule sitzen. Das letzte halbe Jahr haben wir uns jeden Montag eine Stunde lang auf die Konferenz vorbereitet, in den vorangegangenen zwei Wochen uns intensiv mit den aufgerufenen Themen beschäftigt. Wir als Schule Birklehof vertreten die Ukraine als Nation, jedes Delegationsmitglied ist einem anderen Komitee zugeteilt. Das heißt, dass während der eine über die nukleare Abrüstung und ein Rahmenwerk für ethischen Technologiekrieg debattiert, geht es bei der anderen um die Situation der Flüchtlinge aus der äthiopischen Region Tigray.

Am wichtigsten sind aber die vorbereiteten Resolutionen. Eine Resolution ist eine Sammlung an Vorschlägen der Vereinten Nationen zu einem unserer Themen. Darüber verhandeln wir Delegierten im Laufe der viertägigen Konferenz und beschließen sie dann nach dem Mehrheitsprinzip. Dies geschieht durch Änderungsanträge, denen mehr als 50 % aller Länder zustimmen müssen, damit sie angenommen werden. Am Ende wird dann nochmals über die Konvention als Ganzes abgestimmt. Wird sie angenommen, werden anschließend die Regeln für ihre Verabschiedung festgelegt. 

Die Konferenz in Kopenhagen begann mit einer Begrüßung. Anschließend wurden die Teilnehmenden nach ihren Themen in Gruppen von durchschnittlich 20 Leuten eingeteilt. Die Stimmung der Sitzungen im Rat war erstmal angespannt, doch nach den Eröffnungsreden legte sie sich rasch. Die Zeit verging wie im Flug, wir debattierten Änderungen, hielten Reden und stimmten ab.

Das alles geschieht nach den strikten Regeln der UN, wie zum Beispiel jener, nach der keine Personalpronomen benutzt werden dürfen. Wenn man gegen eine Regel verstößt, bekommt man einen Strike, nach drei Strikes folgt eine Bestrafung. In unserem Fall bedeutete das, dass wir zu dem Lied „Timber“ tanzen durften oder eine improvisierte Rede über Töpfern vor dem Komitee halten mussten.

An ersten drei Tage arbeiteten wir meist bis in den Abend hinein. Am Ende ging es dann in die Plenarsitzung. Hier waren jetzt nicht mehr 20 Delegierte in einem Raum, sondern 200. Dies machte es um einiges aufregender, wenn man sprechen wollte.  Am Ende der Konferenz fand die Siegerehrung statt. Mit Minoli und mir wurden zwei Birklehofer:innen als beste Delegierte in ihren jeweiligen Komitees ausgezeichnet.  

Zu Beginn der Konferenz, als ich meine Resolution vor 20 Leuten auf Englisch vorstellen musste, war ich noch sehr aufgeregt. Im Laufe des ersten Tages hat sich das enorm gebessert bis zu dem Punkt, dass ich am vorletzten Tag auch vor 200 Leuten meine Resolution präsentieren konnte. Gelernt habe ich das Zusammenarbeiten mit Menschen, die eine komplett andere Sicht auf ein Thema haben, beispielsweise weil sie ein von der Scharia geprägtes Land vertreten. Mit anderen Gruppen so zu verhandeln, dass beide Seiten einen Vorteil daraus gewinnen, konnte ich auch erfolgreich ausprobieren.

Die Woche bei BIGMUN-Konferenz war sehr anstrengend, jeden Abend bin ich erschöpft ins Bett gefallen. Dennoch hat diese Projektwoche sehr viel Spaß gemacht, und ich würde ohne zu zögern noch einmal teilnehmen. 

Text: Dylan (Q1)
Fotos: Carlos Cazorla

https://www.bigmun.dk/bigmun-2023

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