04. Februar

Mit Staffelstab und Schiffsglocke auf die Kommandobrücke

Rüdiger Hoff, 54, ist am Samstag, 4. Februar, als Leiter der Schule Birklehof in sein Amt eingeführt worden. In einer Feierstunde im Musiksaal des Internats übergab der scheidende Schulleiter Henrik Fass seinem Nachfolger symbolisch den Staffelstab.

Senatorin a. D. Alexandra Dinges-Dierig, Vorstandsvorsitzende des Schulvereins der Schule Birklehof, hieß Hoff im Namen der Schule willkommen.

Zahlreiche Gäste   

Aus der Politik begrüßten die Landtagsabgeordnete Daniela Evers, Josef Haberstroh, Bürgermeister von Breitnau, und Eugen Winterhalder, stellvertretender Bürgermeister von Hinterzarten, den neuen Schulleiter. Schulleiterkollegen aus dem Kreis der Internatevereinigung (DIV) sowie die Vertreterinnen von Kooperationspartnern wie der Dornier-, Neumayer- und Elisabeth-Schneider-Stiftung waren zur Amtsübergabe an den Birklehof gereist.

Ein neuer Kapitän für das Schiff Birklehof

Vorstandsvorsitzende Dinges-Dierig überreichte Hoff eine Schiffsglocke mit den Worten: „Der Kapitän ist auf der Brücke des Schiffs Birklehof angekommen. Nun steuert er sein Schiff in Richtung Zukunft mit den Schülerinnen und Schülern als wertvoller Fracht.“ Mit dem Hinweis, dass sie beide von der norddeutschen Küste stammen, bat sie die gut hundert geladenen Gäste um Verständnis für dieses maritime Bild im Hochschwarzwald. In ihrer Rede hob sie den prallen Rucksack an Mut und Ideen hervor, den Hoff mitbringe als erfolgreicher Internatsleiter, ehemaliger Leistungssportler, mit Erfahrungen in Wirtschaft und als Selbstständiger. Sie wünschte sich, dass er seine Zuverlässigkeit, Empathie und Humor, die er im Bewerbungsprozess bewiesen habe, nun für den Birklehof fruchtbar mache und rief ihm zu: „Seien Sie mutig!“

Das Gute sichtbar machen

Rüdiger Hoff bedankte sich für die herzliche Aufnahme am Birklehof: „Die Fußstapfen sind groß, die Latte hängt hoch“, sagte er mit Blick auf die Leistungen seines Vorgängers. Statt dem Birklehof seine Vision überzustülpen, wolle er das Gute am Birklehof, die gegenseitige Wertschätzung und das unvergleichliche Gemeinschaftsgefühl sichtbar machen. Er zitierte den Satz von Schulgründer Georg Picht aus dem Leitbild der Schule „Gemeinsam mit ihren Schülern begeben sich die Lehrer auf die Suche nach der verlorenen Weisheit, wie man ein Mensch wird“ und kündigte an, eine Zukunftskonferenz mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft durchführen zu wollen.

Gemeinsames Streben nach bester Bildung 

Zuvor hat Frau Dinges-Dierig den scheidenden Schulleiter Henrik Fass in ihrer Laudatio gewürdigt. In seiner zehnjährigen Amtszeit habe Fass zahlreiche Herausforderungen gemeistert, angefangen von der Umstellung auf das G8-Abitur und dem damit verbundenen Rückgang der Schülerzahlen gleich zu Beginn seiner Amtszeit über den Einstieg in die plus-MINT Talentförderung, die Etablierung der Schulprofile Musik, MINT und International, die Einführung des Tagesinternats, die Digitalisierung von Schule und Unterricht bis hin zur Aufnahme unbegleiteter Jugendlicher aus Afghanistan, Syrien und jetzt aus der Ukraine. Zuletzt stand er vor der Aufgabe, seine Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich vor den Folgen der Corona-Pandemie zu schützen. Trotz widrigster Umstände konnte die Unterrichtsversorgung am Birklehof immer aufrechterhalten werden. Das gemeinsame Streben nach der besten Bildung und Möglichkeiten für seine Schülerinnen und Schüler sei sein Antrieb gewesen. Dinges-Dierig dankte Fass für das immer faire Miteinander im Schulvorstand und schenkte dem begeisterten Hobbykoch ein Küchenregal, das Sebastian Faller, Schreiner am Birklehof, aus alten Holzbrettern aus dem Altbirkle aufgearbeitet hat. 

Internate: gute Orte für Bildung 

In seiner Abschiedsrede griff Henrik Fass auf einen Gedanken zurück, den er selbst in den zehn Jahren als Schulleiter seinen Abiturientinnen und Abiturienten bei ihrer Verabschiedung vermittelt hat: „Der Abschied ist auch ein Übergang zu etwas Neuem.“  Dass Internate gute Orte für Bildung sind, sei immer seine Überzeugung gewesen. Er dankte dem Kollegium, dem Vorstand und den Mitarbeitenden am Birklehof, dass sie diese Überzeugung mit ihm geteilt und umgesetzt haben.

Politik: Birklehof steht für innovative Bildung 

Zuvor hatten Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik dem Birklehof und seinen Schulleitern ihre Aufwartung gemacht. Daniela Evers, Landtagsabgeordnete für den Hochschwarzwald, freute sich, bei diesem Besuch am Birklehof mal nicht ins Schwitzen zu kommen, wie sonst in den Diskussionen mit den Schülerinnen und Schülern zu brisanten politischen Themen. Sie verwies auf die Unterstützung der Landesregierung für Schulen in freier Trägerschaft. Der Birklehof habe einen festen Platz in der Region, er stehe für innovative Bildung und sei Vorbild für viele Schulen. Auch wenn Digitalisierung und Künstliche Intelligenz das Wissen und die Wissenschaften verändern würden, so brauche man in Zukunft weiterhin Menschen, die „out of the box“ denken und auf das Ganze schauen können.

In Hinterzarten und Breitnau

Gemeinsam und zur Freude der Zuhörer:innen mit einigem Schalk im Nacken verabschiedeten Josef Haberstroh, Bürgermeister von Breitnau, und Eugen Winterhalder, stellvertretender Bürgermeister von Hinterzarten, den scheidenden Schulleiter und begrüßten den neuen. Die Tatsache, dass der Birklehof auf der Gemarkung beider Gemeinden liegt, postalisch jedoch zu Hinterzarten gehört, gab Anlass für so manche freundschaftliche Stichelei. So reklamierte Haberstroh für sich und die Gemeinde Breitnau, das Ehepaar Fass getraut zu haben. Und er widersprach dem neuen Schulleiter Hoff und seiner Aussage in einem Zeitungsinterview: Es gehe sehr wohl noch schöner als in Freiburg, „und zwar in Breitnau.“

Ein herzliches Willkommen von Schülern und Altschülerinnen

Charlotte Lehmann, Vorsitzende des Altbirklehoferbundes (ABB), empfahl in ihrer Rede dem scheidenden Schulleiter Fass als Mittel gegen den Abschiedsschmerz die Mitgliedschaft im Bund der Ehemaligen. Schülersprecher David und Eunpaeck überreichten dem neuen Schulleiter Hoff einen Birklehof-Pulli. Sie drückten die Überzeugung aus, dass Hoff den Birklehof noch erfolgreicher machen und er seine schulischen und persönlichen Ziele hier erreichen werde.

Musik und intensive Gespräche 

Musikalisch begleitet wurde die Amtsübergabe von den Schülerinnen und Schülern des Birklehofs. Das Vokalensemble präsentierte „Look at the World“ von John Rutter, das Instrumentalensemble spielte zwei Titel von Burt Bacharach, „Walk on by“ und „Casino Royale“. Sophie Plajer (Q2) brillierte an der Violine, begleitet von Arina Aartsen am Flügel, mit dem „Scherzo Tarantelle Op. 16“ von Henryk Wieniawski. Beim geselligen Ausklang im Haupthaus war dann Zeit und Raum für viele Gespräche und intensiven Austausch zwischen neuen und alten Birklehofer:innen, Partner:innen und Freund:innen der Schule.  

Über Rüdiger Hoff

Rüdiger Hoff (54) trug von 2007 bis 2022 die pädagogische Verantwortung am Nordsee-Internat in Sankt Peter-Ording. Der gebürtige Hamburger ist Gymnasiallehrer für Biologie, Geografie und Sport und studierte in Freiburg und Ottawa. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst sechs Jahre im Bereich der Personalentwicklung angesehener Unternehmen und vier Jahre als selbstständiger Trainer und Berater im Bildungsbereich. Rüdiger Hoff ist verheiratet und Vater zweier Kinder.i

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